15. open mike
Dienstag, März 20th, 2007Die Literaturwerkstatt hat die Ausschreibung zum 15. open mike veröffentlicht: Alles weitere dort:
Literaturwerkstatt Berlin.
Die Literaturwerkstatt hat die Ausschreibung zum 15. open mike veröffentlicht: Alles weitere dort:
Literaturwerkstatt Berlin.
Da gestern die Rede von Schockrezensionen war, heute ein Beispiel für eine “Antirezension” - oder “Scherenschnittrezension”? Adrian ist neben anderen in der besprochenen Anthologie eben nicht vertreten. Anscheinend gut für ihn, schlecht fürs Buch, sozusagen: Quantität statt Qualität.
Das Magazin Stadtkind aus Hannover schreibt in seiner aktuellen Ausgabe über Stefan Heuers Buch eine “Schockerrezension”: So nenne ich das immer, wenn man denkt, oh - das wird ein Verriss - und dann ist es eine Verbeugung und viel Lob:
Es scheint, als hätte sich die Rezeption von Gedichten in Deutschland in den letzten Jahren etabliert. Menschen besuchen Literaturveranstaltungen, wo meist junge Dichter es gehörig krachen lassen – eine Renaissance des Reims hat stattgefunden. Bei näherer Betrachtung allerdings ist alles beim Alten: Das Genre Lyrik ist bevölkert von dilettierenden Wichtigtuern, die spracharm ihre Tagebuchcomedy verbreiten. Schön also, dass es auch anderes gibt.
Stefan Heuer aus Burgdorf, Jahrgang 1971, zeigt in seinem neuen, vierten Gedichtband, publiziert vom kleinen, engagierten yedermann Verlag in München, dass er es ernst meint mit den Gedichten. Die 56 zumeist kurzen, formstrengen Gedichte in “favoritensterben” ziehen den Leser ins geschärfte Prisma von Heuers lyrischem Auge. Das vermeintlich Nebensächliche steht im Fokus. Mit lakonischen, scheinbar beiläufigen Kommentaren fängt der Autor den Alltag des Lesers im Vorübergehen ein und richtet den Blick des Lesers auf die intimen, verwundbaren Momente zwischen Abschied und Weg.
Stefan Heuers Gedichte entziehen sich dem schnellen Überlesen. In ihnen brechen Zeilen und trennen sich Silben auf eigenwillige Weise, folgen aber einer klaren Struktur und bleiben stets in ihrer Sprache und den Geschichten, die sie erzählen, in der Wirklichkeit und Nähe zum Leser. “jetzt ist es also soweit: cure nicht mehr unter / independent sondern hinter petula clark / bei pop – eine warme jacke in der auslage, / und so steht es dann auch auf dem schild: / warme jacke, neununddreißigneunzig” heißt es in “waran und/oder endstation” – trefflich illustrieren diese Verse den staunenden Blick des Flaneurs, der wahrnimmt, worüber der im Stadtgetriebe herumirrende Hektiker hinwegsieht. Das sind nicht nur die oftmals grotesk anmutenden Namen von Dienstleistern und Geschäften, manchmal reicht auch die Aufschrift auf dem Turnschuh eines jungen Mannes: “mit / edding: toastbrot! Und mein warum? // entkräftest du mit einem lächeln”.
Doch Heuer ist nicht nur ein Dichter der Städte. Naturbetrachtungen nehmen in den vier Zyklen des Bandes einen breiten Raum ein. Und auch hier: Schattierungen und Lichtreflexe, Farben und Formen erscheinen in der Heuerschen Sichtweise, als sähe man sie das erste Mal. Und das ist es, was Stefan Heuers Lyrik ausmacht (und was natürlich das originäre anderer guter Dichter ausmacht): Er sieht die Dinge an, wie sie sonst niemand ansieht. “favoritensterben” ist ein Band zum Verweilen, zum Innehalten und zum “noch einmal Hinschauen”, aber ganz anders.
(Kersten Flenter)
Dies mal zu Besuch bei speak & spin: Der Schriftsteller Karl Friedrich Schäfer, sein Sohn, der Musiker Enik, und der Filmregisseur Ben Binski präsentieren das literarische Triptychon “Der Mensch und die Dinge” mit philosophischen Kurzgeschichten, lyrischen Personenportraits und Essays zum Untergang des Abendlandes durch den zeitgenössischen Kuschelidealismus. Alles weitere bei speak&spin.
Zuvor bietet ab heute die Muffathalle die Wortspiele (Donnerstag bis Samstag), Sonntag ist Poetry Slam im Substanz.
Wie kein zweiter schreibt Volker über Alltagsprobleme. Wie der vermeintlich bayerische Schlüsseldienst das versperrte Klo günstig aufsperrt, erzählt er in seinem Blog Schnipselfriedhof unter dem Titel ” Manchmal staune ich, wie blöd ich bin”. Guten Montag!
Münchens Lesebühne Westend ist Kiez geht am Samstag in die nächste Runde. Sicherlich eine super Option für den Samstag abend!